Psychischer Dauerstress hat Folgen

Neben einschneidenden Ereignissen, wie Krankheit oder Tod von nahen Angehörigen, Scheidung oder Kündigung lösen häufig ganz alltägliche Umstände, wie Zeitdruck, Lärm, Konflikte, Streit oder wiederkehrende Sorgen Stress aus.

Zu den Faktoren, die Ihnen bereits bewusst sind, kommen oft unbewusste innere Konflikte hinzu.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: schon allein Vorstellungen können Stress auslösen. Die Psyche kann nicht zwischen realen und vorgestellten Gefahren unterscheiden. Wenn in der Vorstellung immer wieder Belastungsszenarien durchgespielt werden und im Anschluss keine körperliche Abreaktion ("Kampf oder Flucht") erfolgt, oder der Stress durch Sport abgebaut wird, verbleibt
dieser Stress im Körper-Seele-System.

Irgendwann ist die Psyche nicht mehr in der Lage, mit dieser Fülle an innerer (Über-)Spannung zurecht zu kommen. Eine mögliche Folge ist, dass die überlastete Psyche praktisch versucht, einen Teil der Blockaden zu ihrer Entlastung dem Körper "zuzuschieben". Dann können Symptome auftreten, für die keine körperliche Ursache (an den Organen) zu finden ist.
"Psychosomatisch" oder "funktionelle Beschwerden" sind die Fachbegriffe hierzu.

Nicht selten entsteht bei Betroffenen ein Schamgefühl oder gar das Gefühl, nicht mehr "ganz richtig" im Kopf zu sein, wenn es heißt: "Ihre Beschwerden sind psychisch."
Nein, Sie sind vollkommen richtig! Ihr "Kopf" hat für sich gesehen eine kluge Erleichterung gefunden.
Nur sollte er möglichst davon abgehalten werden, sich immer häufiger dieses Musters zu bedienen, und durch die Verschiebung in den Körper ein dauerhaftes "Überdruckventil" zu finden.

In der psychosomatischen Therapie soll deshalb die Psyche durch verschiedene Methoden Entlastung finden. Der Umgang mit Stressfaktoren wird bearbeitet.
Ist dieses Ziel erreicht, braucht die Psyche keine Last mehr an den Körper abzugeben.